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Energieerzeugung mit Marktabfällen

Biogas aus organischen Reststoffen

23/2012

Das Zeitalter der Petrochemie geht in einigen Jahren zu Ende. Und auch die Ressourcen bei anderen fossilen Energieträgern wie Steinkohle oder Erdgas sind endlich. Neben einer verstärkten Nutzung von Wind- und Sonnenenergie lassen sich auch mit organischen Abfallprodukten wie Stroh, Gülle oder Biomüll elektrische Energie, Wärme bzw. Treibstoffe erzeugen. 2010 wurden bereits 33,5 Mrd. Kilowattstunden Strom sowie 127,0 Mrd. kWh Wärme aus fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse erzeugt. Ende 2010 waren rund 6.000 Biogasanlagen mit gut 130.000 Arbeitsplätzen in Deutschland in Betrieb. Diesen Bereich auszuweiten ist Ziel einer Vielzahl von Aktivitäten deutschlandweit und auch im Land Hessen. So entwickeln die hessischen Einrichtungen Biokraftstoffe der zweiten Generation, die keinen negativen Einfluss mehr haben auf die landwirtschaftliche Produktion. Denn die organischen Massen, die in Tanks der Biogasanlagen durch Bakterien zu Methangas überführt werden, stammen aus Kläranlagen, sind Holzabfälle der Forstwirtschaft oder Abfälle der Getreideproduktion. Bereits 2008 ging in Darmstadt-Wixhausen die erste Biogasanlage Hessens ans Netz. Hier wird in der Hauptsache Maissilage und Roggenschrot fermentiert.

 

Am Fraunhofer IGB in Stuttgart versuchen sich Wissenschaftler nun an einer neuen Technologie zur Energiegewinnung mit Obst- und Gemüse-Abfällen von Großmärkten, Mensen und Kantinen. In einem Vergärungsprozess entsteht Methan, dass sich unter hohem Druck verflüssigen lässt, um es als Treibstoff zu verwenden. Eine erste Pilotanlage ist vor kurzem in Stuttgart in Betrieb gegangen.

 

Um Kraftstoffe vermehrt auf Basis pflanzlicher Reststoffe zu erzeugen, entwickelt Professor Eckhard Boles an der Goethe-Universität in Frankfurt neue Bierhefen, um organischen Abfall wie Gras oder Stroh in Alkohol-Kraftstoffe umzuwandeln. Die Hefe vergärt die in den Pflanzen enthaltene Glukose zu Alkohol. Die Hefen werden derzeit gentechnisch soweit verändert, dass sie neben Ethanol auch Butanol erzeugen können. Von Butanol geht anders als bei Ethanol kein Korrosionseinfluss auf den Motorbereich aus.

 

www.igb.fraunhofer.de

www.uni-frankfurt.de

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